Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V., Wetzlar



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Audienz am Reichskammergericht Wetzlar, Conspectus Audientiae Camerae imperialis, Kupferstich, Frankfurt/Main 1750, Städtische Sammlung Wetzlar

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Reichskammergerichtsmuseum und Forschungsstelle


Im Zuge der Reichsreform und Aufrichtung des "Ewigen Landfriedens" wurde im Jahre 1495 unter Maximilian I. das Reichskammergericht als oberstes Gericht des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gegründet. Es hatte die Aufgabe, anstelle von Fehde, Gewalt und Lösegelderpressung ein geregeltes Streitverfahren von Gericht zu entwickeln und damit Rechtskonflikte in friedliche Bahnen zu lenken. Nach Aufenthalten in verschiedenen süd- und südwestdeutschen Städten war es ab 1527 in Speyer und nach dessen Zerstörung von 1689 bis zum Ende des Alten Reichs 1806 in Wetzlar ansässig. Die Entwicklung des 19. Jahrhunderts ließ die Bedeutung des Gerichts weitgehend in Vergessenheit geraten. Dies hat sich seit den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts entscheidend geändert.

Im Jahre 1985 gründeten interessierte Persönlichkeiten aus Justiz, Forschung und Kommunalpolitik die Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e.V. in Wetzlar, die sich die Einrichtung eines Museums und einer Forschungsstelle zur Aufgabe gestellt hat. Die Arbeit wird durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt.

Das Museum konnte bereits im Jahre 1987 eröffnet werden. Es nutzt ein vom Kammergerichtsassessor Franz von Papius erbautes dreistöckiges Kameralenpalais, das sich vorzüglich für die museale Präsentation eignet. Als historisches Spezialmuseum greift es auf einen beträchtlichen Eigenbesitz und auf Dauerleihgaben zurück. Dargestellt werden anhand originaler Bildwerke, Möbel, Plastiken und zeitgenössischen Druckwerken, aber auch mit den Mitteln grafischer Darstellung und textlicher Erläuterung Aufbau, Arbeitsweise, Schwierigkeiten und Behinderungen, doch auch Leistungen und Wirkungen des Reichskammergerichts während der gesamten Zeit seiner Tätigkeit, seine Rolle im Zusammenleben der Reichsorgane und seine Bedeutung für die Entwicklung der Rechtsliteratur und der Sozial- und Mentalitätsgeschichte. Ein besonderer Raum mit einer wahlweise mehrsprachigen Tonbildschau zur allgemein verständlichen Einführung in das Thema steht zur Verfügung (40 Sitzplätze).

Im selben Hause befindet sich die Forschungsstelle. Eine im Aufbau begriffene Datenbank über die vorhandenen Prozeßakten der mehr als 80.000 Prozesse wird es erstmals ermöglichen, die Arbeitsgrundlagen und die Wirkungsgeschichte des Reichskammergerichts in ihrer Gesamtheit zu erforschen. Methodisch geschieht dies zunächst durch die systematische Auswertung von gezielten Stichproben aus dem Aktenbestand des 17. und 18. Jahrhunderts. Schwerpunktmäßig ist auch das Personal des Gerichts, besonders die Anwaltschaft, Gegenstand der Forschung. Ferner wird ein historisches Bildarchiv zu Recht und Gericht, bevorzugt für die Zeit des Reichskammergerichts, angelegt; es soll der Visualisierung und Dokumentation rechtshistorischer Spezifika dienen. Die Forschungsstelle begreift sich als Koodinierungsstelle aller Reichsgerichtsforscher und -forscherinnen. Ein Semniarraum für Tagungen steht zur Verfügung und wurde seit 1987 vielfach für internationale und interdisziplinäre Kolloquien genutzt.

Aktuelles


Pressemitteilung vom 25. Januar 2008: Gemeinsam haben die Sparkasse Wetzlar und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen den Erwerb des Portraits Kaiser Karls VI. von Johann Gottfried Auerbach für das Reichskammergerichtsmuseum in Wetzlar gesichert. Direktor Norbert Spory, Vorstandsmitglied der Sparkasse Wetzlar, Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, und Georg Schmidt-von Rhein, Vorsitzender der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung freuten sich, das Gemäde jetzt offiziell dem Reichtskammergerichtsmuseum übereichen zu dürfen.

Meldungen in der Vergangenheit


Einige der Mitglieder, die im Jahre 1985 die Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung gegründet haben, nahmen an der Jubiläumsfeier am 04. Juni 2005 teil (von links nach rechts):

Rechtsanwalt und Notar Hans Joachim Rückert, der jetzige Oberbürgermeister Wolfram Dette, der frühere IHK-Präsident Friedemann Pitzer, Oberbürgermeister a. D. Walter Froneberg, Landgerichtspräsident a. D. Georg Schmidt-von Rhein, Oberstaatsanwalt a. D. Dr. Georg Schwarz, em. Professor Dr. Dr. Bernhard Diestelkamp (Frankfurt) und Amtsgerichtsdirektor a. D. Dr. Gerhart Schlingloff.

Das Bild wurde freundlicherweise von Hr. Henning zur Verfügung gestellt.


Forschungsergebnisse


Aktuelle Forschungsergebnisse zur Reichsgerichtsbarkeit finden sich u. a. in sehepunkte - zeitenblicke

Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien http://www.oesta.gv.at und den Mitarbeitern des Projekts "Die Formierung des Reichshofrats unter Karl V. und Ferdinand I. Nähere Informationen siehe unter http://www.oeaw.ac.at/krgoe und http://www.univie.ac.at/rechtsgeschichte/reichshofrat.


Mitgliedschaft

Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e.V.
Hofstatt 19
D-35578 Wetzlar

Mitgliedsbeitrag:          Euro 20,00 pro Jahr
Vorsitzender:              Georg Schmidt-von Rhein
Vorsitzender des Wissen-
schaftlichen Beirats:      Prof. Dr. Albrecht Cordes
Schriftführer:             Hr. Jürgen Michael Blümel, Tel. +49-(0)-6441-994163

Adressen

Reichskammergerichtsmuseum
Hofstatt 19
D-35578 Wetzlar
Tel.: +49-(0)-6441-994160
Öffnungszeiten des Museums:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 13 Uhr
                 und von 14 bis 17 Uhr
Weitere Informationen zum Museum (www.wetzlar.de)


Forschungsstelle zum Reichskammergericht der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main
Prof. Dr. Albrecht Cordes
Leiterin Forschungsstelle Fr. Dr. Anette Baumann: +49-(0)-6441-994162
Sekretariat (nur vormittags):                     +49-(0)-6441-994161
Fax:                                              +49-(0)-6441-994164
Oder schreiben Sie uns eine Mail: forschungsstelle@reichskammergericht.de

Veröffentlichungen

Schriftenreihe der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung
(1985 ff)
Zu beziehen über:
Die Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung
(Adresse s. o.). Auch erhältlich im Museum.
Anschauen oder Herunterladen der Titelübersicht und des Bestellformulars (PDF, Stand Jan. 2009)
In der Reihe
"Quellen und Forschungen zur Höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich"
herausgegeben von
Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Bernhard Diestelkamp, Ulrich Eisenhardt,
Adolfs Laufs, Wolfgang Sellert; Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien
sind alle wichtigen und neuesten Forschungen zu Reichskammergericht und
Reichshofrat publiziert. Die Reihe existiert seit 1973 und wird laufend
ergänzt.

Das aktuelle Veröffentlichungsverzeichnis sowie weitere Informationen
finden Sie unter
http://www.boehlau.de

Veranstaltungen

18.03.2009, 20.00 Uhr, Hörsaal des Stadthauses am Dom, Wetzlar,
HD Dr. Ludolf Pelizaeus, Universität Mainz,
"Von Lima nach Wetzlar. Ein Vergleich der Zuständigskeitskonflikte im spanisch-habsburgischen Kolonialreich".

Netzwerk Reichsgerichtsbarkeit


1996 fand sich am Rande des Historikertags in München eine Gruppe von Archivaren, Doktoranden und Habilitanden zusammen, um ihre Projekte zur Reichsgerichtsbarkeit vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen. In diesem Zusammenhang wurde das Netzwerk Reichsgerichtsbarkeit initiiert. Seit 1998 besteht eine enge Kooporation mit der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung, Wetzlar. 1999 fand eine erste Frühjahrstagung statt. Inzwischen sind die Bände "Prozeßakten als Quelle. Neue Ansätze zur Erforschung der Höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich", "Reichspersonal. Funktionsträger für Kaiser und Reich", "Annäherungen an die Prozesspraxis im Alten Reich. Fallstudien und Statistik" sowie "Gerichtslandschaft Altes Reich. Höchste Gerichtsbarkeit und territoriale Rechtsprechung" in der Reihe "Quellen und Forschungen zur Höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich" (vgl. oben) beim Böhlau Verlag erschienen. Der neueste Band mit dem Titel "Die Reichsstadt Frankfurt als Rechts- und Gerichtslandschaft im Römisch-Deutschen Reich" erschien 2007 beim Oldenbourg Verlag in der Reihe "bibliothek altes Reich". Die letzte Tagung mit dem Titel "Höchste Gerichtsbarkeit in Kriegszeiten" wurde zusammen mit dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien veranstaltet. Die Tagung fand vom 2.-4. April 2008 in Wien statt.

Anschauen oder Herunterladen näherer Informationen Dito in Rich Text Format

Kontakt über die Geschäftsstelle der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung e. V., Ansprechpartner Dr. Anette Baumann.

Aktuelle Forschungsergebnisse zur Reichsgerichtsbarkeit finden sich u. a. in sehepunkte - zeitenblicke

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Forschungsnetzwerk "Gender differences in European legal cultures". Das Forschungsnetzwerk unterhält eine Mailingliste

Vorankündigung: Die nächste Tagung mit dem Titel "Die höchsten Reichsgerichte als mediales Ereignis" findet vom 08. bis 09. Oktober 2009 in Wetzlar statt. CALL FOR PAPER - Formular zum Herunterladen.


Links

Homepage der Stadt Wetzlar mit Infos für Touristen
Homepage der Stadt Speyer (1. Sitz des RKG)
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats: Lehrstuhl Prof. Cordes
Server Frühe Neuzeit (sfn)
Projekt zur Reichskammergerichtsforschung von Prof. Schildt, Univ. Bochum
Weitere Museen etc.
Böhlau Verlag, Köln
Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V.
sehepunkte - zeitenblicke

Allgemeine Hinweise zu dieser Seite

Die letzte Aktualisierung dieser Webseite erfolgte am 18. Januar 2009. Die Anzeige ist für den Browser NETSCAPE Version 4.61 entwickelt worden. Die optimale Auflösung beträgt 1024x768 Pkt. Falls Sie über eine sog. Firewall auf unsere Seiten zugreifen, kann das Herunterladen von Dateien nicht funktionieren. Wenden Sie sich in diesem Fall an das Sekretariat (vgl. oben). Bei allgemeinen Problemen wenden Sie sich bitte an den Webmaster.